Was ist eine Inbetriebsetzungserklärung?
- Redaktion
- 1. September 2025
Was ist eine Inbetriebsetzungserklärung?
Die Inbetriebsetzungserklärung ist ein essenzieller Bestandteil des Netzanschlussverfahrens – und ab sofort für CarbonFreed-Kunden in gridcert verfügbar. Der Anlagenbetreiber muss in dieser Phase nachweisen, dass die Anlage tatsächlich wie im Anlagenzertifikat geplant und die elektrischen Eigenschaften korrekt parametriert wurden.
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Wie läuft das Netzanschlussverfahren ab?
Die Netzintegration großer Solaranlagen und Batteriespeicher ab einer Einspeiseleistung von 270 Kilowatt startet grundsätzlich mit dem Anlagenzertifikat – beispielsweise über unsere KI-Plattform gridcert. Voraussetzung dafür ist eine Netzanschlusszusage des zuständigen Netzbetreibers.
Nach der Beauftragung hat der Anlagenbetreiber oder ein beauftragter Planer die Aufgabe, die für die Erstellung des Anlagenzertifikats notwendigen Dokumente zusammenzustellen und einzureichen. Der Datensatz wird in gridcert in Bezug auf Vollständigkeit, Konsistenz und Normkonformität geprüft.
Sobald alle Unterlagen zertifizierungsfähig vorliegen, wird der Datensatz an die Zertifizierungsstelle übermittelt. Diese stellt dann das Anlagenzertifikat aus, wonach die Planungsphase beendet ist und die Anlage offiziell in Betrieb genommen werden kann.
Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Anlage muss der Anlagenbetreiber nachweisen, dass die Anlage tatsächlich nach den Vorgaben des Anlagenzertifikats gebaut und in Betrieb genommen wurde. Die Inbetriebsetzungserklärung wird, wie das Anlagenzertifikat, direkt in gridcert erstellt und von CarbonFreed dann direkt an die Zertifizierungsstelle übermittelt.
Die Zertifizierungsstelle prüft die Inbetriebsetzungserklärung und vergleicht diese mit den Anforderungen des Anlagenzertifikats. Wenn es keine Widersprüche gibt, stellt die Zertifizierungsstelle schlussendlich die Konformitätserklärung aus. Diese muss an den zuständigen Netzbetreiber zum Erreichen der endgültigen Betriebserlaubnis übermittelt werden – innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme der letzten Erzeugungseinheit und spätestens 12 Monate nach Inbetriebnahme der ersten Erzeugungseinheit.
Welche Nachweise müssen Anlagenbetreiber für die Inbetriebsetzungserklärung erbringen?
Basis ist der E.11 Bogen Inbetriebsetzungserklärung Erzeugungsanlage/Speicher (siehe Bild). Zu diesem Dokument müssen verschiedene Regelungstests und Schutzprüfungen eingereicht werden. Im Grunde muss der Anlagenbetreiber durch Tests bestätigen, dass die Anlage so wie im Anlagenzertifikat vorgesehen, auch wirklich in Bezug auf Regelgeschwindigkeit und Regelgenauigkeit verhält.

Die ersten Informationen des E.11-Bogens befassen sich mit der Regelung. Die Tests zur Wirk- und Blindleistungssteuerung werden entweder direkt mit dem Netzbetreiber oder einer externen Stelle durchgeführt. Danach folgen Angaben zur Prüfung der Schnittstelle zur Fernwirktechnik des Netzbetreibers. Diese Prüfung wird in der Regel direkt mit dem zuständigen Netzbetreiber durchgeführt, der dies dann entsprechend für den E.11-Bogen bestätigen muss.
Was die Anlagenbetreiber als nächstes benötigen, ist ein Komponentenzertifikat des EZA-Reglers, das sie meistens vom Hersteller des Reglers erhalten. Besonders interessant ist hier das Verhalten der Komponente, wenn es eine Fehlermeldung gibt.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Funktionsprüfung der Blindleistungs-Kennlinienfunktion oder der Blindleistungs-Festwerte gemäß Vorgaben des Netzbetreibers. Diese Prüfung erfolgt auf Basis aufgezeichneter Betriebsmesswerte des EZA-Reglers. Für diese Kennlinie hat das CarbonFreed-Team Vorlagen erstellt, damit die Kunden des Unternehmens erstens genau wissen, in welchen Bereichen die Messwerte liegen sollten. Zweitens können sie ihre Werte auch direkt in dieses Dokument eintragen und dieses dann als Nachweis verwenden.
Danach folgen Angaben zu den Schutzprüfprotokollen. Für alle Schutzgeräte, die im Rahmen der Anlage verbaut wurden und die im E.9-Bogen aufgeführt sind, muss eine entsprechende Schutzprüfung stattfinden. Hier wird getestet, ob die Schutzgeräte richtig parametriert sind – mit den richtigen Schutzeinstellwerten und den vorgegebenen Zeiten. Für diesen Test müssen die Anlagenbetreiber einen entsprechenden Schutzprüfer beauftragen.
Welche konkreten Vorteile bietet die Nutzung der KI-Plattform gridcert im Prozess der Inbetriebsetzungserklärung?
Für Kunden, die bereits ein Anlagenzertifikat über CarbonFreed gebucht haben, liegt der Vorteil auf der Hand: Die Informationen zum entsprechenden Projekt sind bereits in der KI-Plattform erfasst und können dann auch für die Inbetriebsetzungserklärung verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise die Daten aus den E.8- und E.9-Bögen. Der bestehende Prozess wird quasi einfach um die Inbetriebsetzungserklärung erweitert. Die User sind mit der Nutzung aber bereits vertraut.

Doch auch für alle anderen Anlagenbetreiber ist die Inbetriebsetzungserklärung über gridcert sinnvoll, denn die Sammlung und Bewertung der Informationen findet ausschließlich digital in einem geführten Prozess statt. Dazu kommt, dass CarbonFreed nicht als Zertifizierungsstelle akkreditiert ist und deshalb – anders als eine Zertstelle – beim Prozess unterstützen und auch Lösungen vorschlagen darf. Das kann besonders für Installationsbetriebe nützlich sein, die bisher noch nicht viele Projekte im Commercial-Bereich durchgeführt haben.
Ein Beispiel: Häufig wissen Anlagenbetreiber nicht, wo sie die für die Inbetriebsetzungserklärungen relevanten Tests und Prüfungen durchführen können. CarbonFreed liefert diese Informationen, was den Unternehmen einiges an Aufwand ersparen kann.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Inbetriebsetzungserklärung ist auch die Parametrierung der Erzeugungseinheiten – also der Regler und Wechselrichter. CarbonFreed gibt den eigenen Kunden die spezifischen Einstellungen an die Hand, die bei der Parametrierung der Wechselrichter und Regler eingetragen werden müssen.
Für viele Installateure ist der Prozess der Parametrierung sehr aufwändig, denn jeder Hersteller hat andere Bezeichnungen und diese sind nicht immer leicht zu finden. Mit dem einzigartigen Parametrierungs-Service von CarbonFreed kann der zuständige Installateur die Parameter direkt so einstellen, wie es notwendig ist. Das spart Abstimmungsschleifen und damit den Anlagenbetreibern viel Zeit und Geld.
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