Interview mit CarbonFreed-Gründer Marko Ibsch zur Umsetzung der NELEV Novelle und Änderung der Leistungsgrenze für die Anlagenzertifizierung

Netzanschluss von gewerblichen Solaranlagen: SMA nutzt KI-Software von CarbonFreed

Netzanschluss von gewerblichen Solaranlagen: SMA nutzt KI-Software von CarbonFreed

CarbonFreed hat mit „gridcert“ eine KI-gestützte Plattform entwickelt, mit der das Team um Gründer Marko Ibsch das Netzanschlussverfahren von gewerblichen Solaranlagen deutlich beschleunigt. Ab sofort nutzt mit der SMA Solar Technology AG (SMA) auch einer der weltweit größten Solar- und Speicher-Wechselrichterhersteller die Softwarelösung des Schleswig-Holsteiner Greentechs. In Deutschland muss aktuell bei jeder Solaranlage mit einer Leistung von mehr als 135 Kilowatt ein Nachweis erfolgen, dass alle Anforderungen des Netzbetreibers eingehalten werden, um die Netzstabilität zu gewährleisten und die Systemsicherheit nicht zu gefährden.  

 Den gesamten Zertifizierungsprozess können Installationspartner von SMA ab sofort vollständig über die von CarbonFreed entworfene KI-Plattform durchführen. „SMA entwickelt sich von einem reinen Wechselrichterproduzenten immer mehr zu einem Full-Service-Anbieter, der Dienstleistungen rund um die gesamte Planung und Abwicklung von Solarprojekten anbietet. Dazu gehört auch die digitale Anlagenzertifizierung“, erklärt Thomas Rink, Business Development Manager bei SMA.    

Erneuerbare Energien: Netzstabilität muss gewährleistet sein  

Die Netzanschlusszertifizierung ist für CarbonFreed-Gründer Marko Ibsch ein extrem wichtiger Prozess, damit die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit nicht gefährdet werden: „Wir wollen in Deutschland zukünftig mehr als 80 Prozent der Energie mit volatil einspeisenden Windkraft- und Solaranlagen erzeugen. Deshalb ist es aus meiner Sicht extrem wichtig, dass wir sicherstellen, dass diese Anlagen auch richtig geplant, installiert und in Betrieb genommen werden. Wir brauchen klare Regeln und letztendlich einen Dirigenten, der dafür sorgt, dass das Orchester stimmig klingt und nicht jedes Instrument macht, was es will. Und das stellt letztendlich die Netzanschlusszertifizierung sicher.“ Aktuell ist der Service der Anlagenzertifizierung auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Zukünftig wollen SMA und das Schleswig-Holsteiner Greentech-Startup ihre Zusammenarbeit aber auch auf den internationalen Markt ausweiten.  

Anlagenzertifizierung: KI-Software erstellt konsistenten Datensatz  

Mehr als 600 Netzanschlussverfahren hat das CarbonFreed-Team mittlerweile erfolgreich begleitet: „Wir suchen die für die Zertifizierung notwendigen Daten von allen beteiligten Projektpartnern zusammen und erstellen am Ende einen in sich konsistenten Datensatz. Dieser kann dann von den Zertifizierungsstellen schnell bearbeitet werden“, sagt Marko Ibsch. Die KI-gestützte Software „gridcert“ unterstützt alle Beteiligten dabei, die vorliegenden Dokumente zu sichten und die für die Anlagenzertifizierung wichtigen Informationen zu bündeln. „Durch die Aufbereitung der Informationen und einer vorbereitenden Bewertung haben die Ingenieure in den Zertifizierungsstellen mehr Zeit für die wichtigen finalen Zertifizierungsentscheidungen“, betont der CarbonFreed-Gründer.  

„Intelligente Technologien spielen für die Energiewende eine Schlüsselrolle“  

Aktuell gehen in Deutschland pro Jahr zwischen 1.500 und 2.500 Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als 135 Kilowatt ans Netz. „Zukünftig müssen wir jährlich das Vier- bis Fünffache davon erreichen, wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen, unsere Klimaziele zu erreichen“, rechnet Marko Ibsch vor. Leider sind alle Marktteilnehmer wie beispielsweise die Installationsbetriebe, Netzbetreiber und Zertifizierungsstellen schon heute personell am Limit – und durch den Fachkräftemangel und die aktuell stagnierenden Absolventenzahlen im Bereich der Elektrotechnik wird in den kommenden Jahren kaum neues Personal hinzukommen. „Wenn wir keine alternativen Wege bei der Anlagenzertifizierung einschlagen, wird der Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen nicht in dem Umfang stattfinden können, wie wir es für ein nachhaltiges Energiesystem eigentlich benötigen. Die Entwicklung von intelligenten Technologien wie gridcert können für die Energiewende also eine Schlüsselrolle einnehmen“, sagt der CarbonFreed-Gründer.  

Über CarbonFreed  

CarbonFreed ist ein junges Greentech-Unternehmen aus Schleswig-Holstein. Das 2020 von Elektroingenieur Marko Ibsch gegründete Startup verkürzt mit der eigenentwickelten KI-gestützten Digital-Plattform „gridcert“ das Netzanschlussverfahren großer Photovoltaik-Anlagen von mehreren Monaten auf wenige Wochen und bringt so die Energiewende entscheidend voran. Seit der Gründung hat das CarbonFreed-Team mehr als 600 Anlagenzertifizierungen erfolgreich begleitet.  Weitere Informationen: https://www.carbonfreed.com 

 

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