Netzanschluss: Netzbetreiber erhöhen Prognose für Großspeicher
- Redaktion
- 9. September 2026
Netzanschluss: Netzbetreiber erhöhen Prognose für Großspeicher
Batteriespeicher gelten längst als Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Nun haben die deutschen Netzbetreiber ihre Prognose für Großspeicher noch einmal deutlich angehoben. Dadurch eröffnen sich neue Chancen für Unternehmen. Gleichzeitig werden Netzanschlüsse zunehmend zum Flaschenhals der Energiewende.
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Der zunehmende Einsatz von Elektroautos, der Bau neuer Rechenzentren und die fortschreitende Digitalisierung der Produktion führen dazu, dass der Stromverbrauch in Deutschland immer weiter steigt. Die vier großen deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben nun ihre Einschätzung zur weiteren Entwicklung abgegeben. Laut Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan könnte sich der Stromverbrauch schon bald verdoppeln.
Höherer Stromverbrauch durch Rechenzentren
Für die Prognose wurden drei mögliche Entwicklungen skizziert, die bis 2045 zu einem klimaneutralen Energiesystem in Deutschland führen würden. Sie bilden die Bandbreite wahrscheinlicher Entwicklungen der Stromversorgung in Deutschland und Europa ab. Hierzulande könnte der Bruttostromverbrauch demnach von rund 517 Terawattstunden (TWh) auf etwa 938 bis 1139 TWh im Jahr 2040 steigen – je nach Szenario.
Ein Grund dafür ist der zunehmende Ausbau von Rechenzentren. Rechenzentren gelten als Rückgrat der Digitalisierung und stellen die notwendige Infrastruktur für KI-Systeme, Cloud-Dienste und vernetzte Industrieanlagen dar. Aktuell benötigen alle Rechenzentren in Deutschland zusammengenommen rund 4 TWh Strom, bis 2040 könnte der Bedarf auf knapp 142 TWh steigen.

Photovoltaik-Ausbau nimmt zu
In Deutschland wächst der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch immer weiter. Photovoltaik ist inzwischen die zweitwichtigste Stromquelle nach der Windenergie. Die installierte PV-Leistung hat in diesem Jahr die Marke von 128 Gigawatt Peak (GWp) überschritten. Damit wurde bereits das Ausbauziel erreicht, das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben ist.
Das offizielle Ausbauziel liegt bis 2040 bei 400 GWp. Dafür muss das Tempo beim Solarausbau weiter anziehen: Damit das Ausbauziel von 215 GWp im Jahr 2030 erreicht wird, müssen laut BSW-Solar in den kommenden Jahren im Durchschnitt rund 20 GWp zusätzliche Solarleistung pro Jahr installiert werden. Die Übertragungsnetzbetreiber gehen in ihrem Entwurf bis 2040 von einer installierten Solarleistung von 275 bis 400 GWp aus.
Höhere Prognose für Großspeicher
Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist auch der Ausbau von Batteriespeichern wichtig für eine erfolgreiche Energiewende. Großspeicher können das schwankende Angebot an Wind- und Solarstrom ausgleichen und dadurch helfen, das Stromnetz stabil zu halten. Doch der Speicherausbau läuft schleppend: 2025 waren in Deutschland erst große Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt (GW) installiert.
Bis 2040 soll die Leistung laut Netzbetreiber-Entwurf auf etwa 84 bis 102 GW ansteigen. Der Vorteil: Batteriespeicher können Energie von einer rein betrieblichen Notwendigkeit in eine flexible, handelbare Ressource verwandeln. Davon können auch die Betreiber profitieren, indem sie beispielsweise tagsüber günstigen Strom einkaufen und ihn nachts teuer weiterverkaufen. Oder sie nutzen den tagsüber selbst erzeugten günstigen PV-Strom auch nachts.
Netzanschluss wird zum Engpass
Aufwändige Netzanschlussverfahren bremsen den Speicherausbau in Deutschland: Laut Bundesnetzagentur sind 2025 insgesamt 18.158 Anschlussbegehren für Batteriespeicher bei deutschen Netzbetreibern eingegangen. Davon erhielten nur 1.468 eine Zusage, rechnerisch entspricht das rund 8 Prozent. Die Quote ist allerdings mit Vorsicht zu interpretieren, da Anschlussbegehren nicht zwingend einzelnen Projekten entsprechen und Projektanträge teilweise mehrfach gestellt werden.
Probleme bereiten vor allem die historische Antragsflut, fehlende Netzkapazitäten sowie bürokratische und technische Hürden. Netzbetreiber müssen die zahlreichen Anschlussbegehren prüfen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Netze die zusätzlichen Speicherleistungen aufnehmen können. Unter Umständen sind dafür Netzverstärkungen notwendig. Das kann zu langen Wartezeiten führen: Projekte müssen teils jahrelang auf einen Netzanschluss warten.
CarbonFreed unterstützt beim Netzanschluss
CarbonFreed unterstützt Betreiber von Großbatteriespeichern dabei, den technisch anspruchsvollen Teil des Netzanschlussverfahrens schneller und strukturierter abzuwickeln. Mit der KI-gestützten Plattform gridcert werden die technischen Daten zentral von allen Projektbeteiligten eingesammelt, geprüft und für die Zertifizierungsstelle aufbereitet.
Der Prozess inklusive Anlagenzertifikat ist bei großen Batteriespeichern besonders aufwändig, da Speicher sowohl Energie aus dem Netz beziehen als auch Strom ins Netz einspeisen können. CarbonFreed übernimmt die Anlagenzertifizierung und technische Dokumentation. So können Abstimmungsschleifen und Zertifizierungsprozesse von mehreren Monaten auf wenige Wochen verkürzt werden.
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